Vereinsgeschichte

Chronik des Trommler- und Pfeiferkorps „Alte Kameraden“ e.V. Lünen

 

Am 14. April 1957 war es soweit. Aus dem damals schon bekannten Spielmannszug der Kolpingfamilie „Lünen-Altstadt“ wurde das selbständige Trommler- und Pfeiferkorps „Alte Kameraden“ e.V. Lünen. Unter diesem Namen wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Lünen eingetragen.

 

Aufbauend auf die Erfolge der Vergangenheit und verstärkt durch den 1955 gegründeten Knabenspielmannszug setzte der junge Verein seinen Weg zielstrebig fort. In den 1950er bis 1970er Jahren waren die Trommler und Pfeifer aus Lünen gern gesehene Gäste im In- und Ausland und Konkurrenz für namhafte Vereine auf vielen nationalen und internationalen Wettstreiten.

 

Eine kleine Auswahl der vielen Erfolge:

 

1957             7 erste Preise bei der ersten Auslandsreise nach Schinfeld / Holland

1958             6 erste Preise in Eupen / Belgien

1960             1., 2. und 3. Preis beim Wettstreit in Mühlacker

1961             1. Preis St.Vieth / Belgien

1965             Großer Preis von Harsewinkel in Niedersachsen

1971-1975    In ununterbrochener Reihenfolge Gewinner des 1. Preises in der Spielmannszugklasse in Hollage und Preisträger des Wanderpokals der Gemeinde Wallenhorst.

1972             Preisträger bei der Ausspielung des „Goldenen Untertores “ der Stadt Büdingen.

1973             Sieger bei den Europatagen in Groß Gerau

1974             Silbermedaille bei den Weltmusikfestspielen in Kerkrade / Holland.

 

Einen Namen machten sich die „Alten Kameraden“ insbesondere auch durch die Ausrichtung großer internationaler Feste. 1959, 1962, und 1967 fanden Veranstaltungen statt, die in dieser Größenordnung Seinesgleichen suchten. Showkapellen aus dem In- und Ausland, wie die Musikshow-Weltmeister aus Roosendaal und Leiden, die „Glanerbrucker Jäger“ aus Holland, die vielbestaunte „Sonderborg Garde“ aus Dänemark und die „Kleinbaseler Fastnachtsgesellschaft“ aus der Schweiz gaben sich in Lünen ein Stelldichein. Weitere Gastvereine kamen aus den Niederlanden, Belgien und aus den Ländern der damaligen Bundesrepublik. Besonders zu erwähnen ist hierbei der damals einzige Mädchenspielmannszug der Bundesrepublik Deutschland aus Glückstadt an der Elbe.

 

1974 stand Lünen erneut im Blickpunkt einer musikalischen Großveranstaltung der Spielmannszüge. In Zusammenarbeit mit dem damaligen Verband für Wirtschaft und Verkehr fanden die Musikeuropatage mit Wettstreiten in allen Klassen mit beispiellosem Erfolg in der Lippestadt statt.

 

1975 begann der Neuaufbau eines modernen Spielmannszuges mit Nebeninstrumenten. Zu dem bereits vorhandenen Schlagzeug, den Paradetrommeln und Lyren wurden im Bereich der Pfeifer Tenor-, Alt- und zusätzliche Sopranstimmen einstudiert. Bis heute sind die „Alten Kameraden“ in der Lage, jedes Musikstück des Repertoires fünfstimmig besetzt zu spielen. Der Erfolg der musikalischen Arbeit zeigte sich neben zahlreichen Platzierungen auch durch das Erringen des 3. Preises bei den Landesmeisterschaften 1981 in Bracht. Dem Verband für Spielmanns- Fanfaren- und Hörnerzüge (heute Landesmusikverband NRW) traten die „Alten Kameraden“ 1973 bei.

 

Neben Auftritten in fast allen Bundesländern und im nahen Ausland sind die „Alten Kameraden“ aber auch stets ein heimatverbundener Verein geblieben. Regelmäßig finden Auftritte bei sämtlichen Schützenfesten im Schützenkreis Lünen statt. Konzerte für befreundete Vereine, Kirchengemeinden und Unternehmen sowie die Teilnahme an diversen Martinszügen in den Lüner Stadtteilen gehören zum jährlichen Programm. Die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag ist ebenfalls fester Bestandteil der Ausmärsche. Für die Stadt Lünen wurde nicht nur bei der 625-Jahrfeier (1966) und zur Landesgartenschau (1996), sondern auch bei Besuchen in der Partnerstadt Zwolle repräsentiert. Kombiniert wurde die enge Verbundenheit zur Heimatstadt und zu den Grünröcken beim Westfälischen Schützentag 2007, bei dem u.a. der Festumzug angeführt und der „Große Zapfenstreich“ vor dem Hansesaal dargebracht wurden.

 

Ein besonderes Kapitel für die „Alten Kameraden“ ist die alljährliche Karnevalszeit. Die Tradition geht zurück auf das Jahr 1956, als zum ersten Mal beim Rosenmontagszug in Münster aufgespielt wurde. Danach folgten Auftritte in Dortmund (1957), Düsseldorf (1958) und Mainz (1959). Von 1960 bis 1985 nahmen die „Alten Kameraden“ am Rosenmontagszug in Köln teil. 1992-2010 wurde diese Tradition in Brühl am Rhein wieder aufgenommen.

 

Als schwarzer Tag in der Vereinsgeschichte ist der 25.02.1980 zu bezeichnen. Beim Brand des Kolpinghauses (Vereinslokal) wurde der gesamte Bestand an erspielten und verliehenen Pokalen, Plaketten und Urkunden vernichtet. Für den Verein ein unersetzlicher Verlust.

 

In jüngerer Zeit haben die Auftritte bei Schützenfesten und weiteren Veranstaltungen so sehr zugenommen, dass an Wettstreite nicht zu denken war. Eigens entschädigt wurde dies z.B. durch erfolgreiche Darbietungen des „Großen Zapfenstreiches“ mit namhaften Orchestern wie dem „Polizeiorchester Dortmund“, „Blaskapelle Ascheberg“, „Orchester der Knappschaft Bochum“, Bergmannskapelle der Zeche „Haus Aden“-Monopol und zur Zeit insbesondere mit der „Elmenhorster Blaskapelle“.

 

Als besonderer erfolgreicher Tag der Vereinsgeschichte ist der 1. April 1990 hervorzuheben. An diesem Tag spielten die „Alten Kameraden“ zum Fest der Volksmusik in Münster in den Münsterlandhallen. Bei diesem Wettstreit, an dem insgesamt 45 Spielmannszüge teilnahmen, erreichten die „Alten Kameraden“ einen 1. Platz mit Belobigung in der Oberklasse.

 

Im Jahr 2002 waren die Tage des Kolpinghauses als Vereinsheim gezählt, dessen Abriss und der Bau eines Parkhauses beschlossen wurden. Die „Alten Kameraden“ fanden eine neue Heimat im Grubenwehrheim der Zeche Viktoria, wo jeweils mittwochs die regelmäßigen Übungsstunden stattfinden. Als Vereinslokal gilt seit dem das „Haus Bössing“.

 

Zum 40. Vereinsjubiläum kamen 1997 zahlreiche Spielmannszüge und Blaskapellen zu einem gemeinsamen Konzert auf dem Sportplatz des TUS Westfalia Wethmar am Cappenberger See zusammen. 2007 wurde das 50. Jubiläum mit einem öffentlichen Konzert der „Alten Kameraden“ zusammen mit der „Elmenhorster Blaskapelle“ auf dem Willi-Brand-Platz in der Lüner Innenstadt gefeiert.

 

 

Als Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv:

 

Schlagzeuger:                Alfons Ebbeler

Paradetrommler:            Dieter Wagener